2013 Buntes Brauchtumsfest auf der Mainau

„Wieso gibt es einen Schwarzwald-, aber keinen Bodensee-Erlebnistag? Wir haben doch die Mainau!“ So beschreibt Helmut Halbhuber, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes der Heimat- und Trachtenverbände Baden-Württemberg, die Geburt der Idee für den ersten Trachtentag auf der Blumeninsel vor zwei Jahren. Der Zuspruch damals war so groß, dass die Mainau-Verwaltung das Großereignis nun auf die Hälfte der Teilnehmer beschränken musste. Über 1000 Erwachsene und rund 250 Kinder in Trachten aus ganz Baden-Württemberg und der Schweiz verwandelten die frühlingsbunte Insel am Sonntag erneut in ein farbenfrohes Brauchtumsfest. Ida Halbhuber, die ihren Mann gemeinsam mit vielen Helfern unterstützt hat, hat Recht behalten: „Wenn Trachtler reisen, dann scheint die Sonne!“, hatte sie voller Optimismus schon Tage zuvor prognostiziert.

Sichtlich mit Freude war der Nachwuchs der Trachtengruppe Alt Radolfzell beim Tanzen, auch wenn es sich auf die Schrittfolge beim „Knopfloch“, „Schuster“ oder „Müller“ sehr konzentrieren hieß. Lina (7) hat bereits mit fünf zu tanzen begonnen. „Früher“, gibt sie unumwunden zu, „hat es mir nicht so viel Spaß gemacht. Aber jetzt schon“, sagt sie stolz, „wo ich hier auftrete.“ Romy Bromma, die Leiterin der Kindertanzgruppe lacht. Als „Brauchtumsmensch“ pflegt und vermittelt sie die Tradition. Brauchtum sei wie Dialekt, eine „Herzenssprache“. Je älter sie werde, desto wichtiger werde ihr das Überlieferte, gesteht sie. In der heutigen, schnelllebigen Zeit gehe sonst etwas verloren.

„Bei allem Neuen das Alte bewahren“ möchten auch Franziska Dellemann und Annette Cronenberg-Günter, Leiterinnen der Tanzgruppen der Trachtengruppe Allensbach. Sie freuen sich, heute mal „anderes Trachtenvolk“ zu sehen und ihr „Brauchtum zeigen zu können“. Brauchtum, das heißt für sie „Heimatgefühl“ – ein viel diskutierter, oft hinterfragter Begriff. „Wenn wir Tiere wären, wären wir jetzt auf der roten Liste!“ Dellemann weiß: Brauchtumspflege hat keinen leichten Stand.

„Wie kriegt man so etwas wie Tradition transportiert?“, fragt Michael Bucher von der Historischen Trachtengruppe Alt Konstanz nachdenklich. „Das Freizeitverhalten hat sich komplett verändert. Noch 50 Jahre zuvor waren Vereine die Freizeitbeschäftigung per se.“ Heute gebe es keinen mehr, der keine Nachwuchssorgen habe. Wie schon ihre Großmutter und ihre Mutter ist auch Amalie Vayhinger bei den Trachtlern – seit nunmehr 65 Jahren. „Mit Freude und Schalk“, betont die Obfrau. „Den haben wir alle.“ Eine „Ehrensache“ sei es, auf der Mainau gewesen zu sein. Schließlich sei die Insel ja ein „Heimatspiel“. Da trifft es natürlich, dass die Einladung just an die Konstanzer wohl auf dem Postweg verloren ging. Aber der Idealismus der Gruppe, den diese auch bei zahlreichen repräsentativen Aufgaben für die Stadt Konstanz an den Tag legt, hat gesiegt. Denn Tradition, sagt Vayhinger, müsse man leben und pflegen. Das hat ihr auch Papst Benedikt vor zwei Jahren bei einer persönlichen Audienz in Rom mit auf den Weg gegeben. Nicht zuletzt wegen solch prägender Erlebnisse sagt Heidi Vetter, stellvertretende Vorsitzende der Alt-Konstanzer mit großem Stolz: „Wenn ich die Tracht trag', lauf ich grad.“

aus dem Südkurier vom 30.04.2013

Kontakt

Trachtentanzgruppe Amrigschwand-Tiefenhäusern e. V.
1. Vorstand: Bernd Vogelbacher
Haus 40
79862 Höchenschwand-Strittberg
Telefon: (+49) 07755 / 1654

Über uns

Wir sind eine Volkstanzgruppe, die sich dem Erhalt des Brauchtums und des Volkstanzes im südlichen Schwarzwald verschrieben hat.
Ferien Südschwarzwald

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.